Kaufberatung Gehörschutz

„Ist das Ohr erst ruiniert, lärmt es sich ganz ungeniert“ – klingt lustig, ist es aber nicht!

Gehörschutz für Jäger und Schützen? Lärmschutz sind bei Jagd und Schießsport ein unbedingtes Muss!!! Ist das Gehör erst einmal geschädigt, und dazu reicht EIN EINZIGER Druckschall-Impuls wie ein Schuss aus wenigen Metern Entfernung, kann dies nicht mehr rückgängig gemacht werden.
Da bei Gewehrschüssen Pegel von 150 Dezibel (dB) erreicht werden können, ist ein Gehörschutz (beim Schießen) für Jäger und Schützen unverzichtbar.


kugelförmige Druckwellen einer Großkaliber-Faustfeuerwaffe

Die Schallwelle eines Schusses breitet sich generell kugelförmig aus. Je mehr Reflektionspunkte vorhanden sind, die den nach vorne gerichteten Anteil der „Kugelwelle“ wieder zurückwerfen, desto lauter empfinden wir den Knall (Wir wollen jetzt nicht die Diskussion anfangen, was da knallt, Luft, Gasdruck, Geschoss… – das Resultat zählt – und das ist eine ernsthaft angegriffene Gesundheit!). Schießen wir in einer relativ geschlossenen Kanzel kann das Ganze weit über das physikalisch ertragbare Maß hinausgehen und schon beim ersten Mal irreparable Schäden erzeugen. Keinen Gehörschutz zu tragen hat in keinster Weise etwas heroisches oder mit Ansichten und Aussagen zu tun wie „Ein echte Mann braucht keinen Schutz“, „Held“, „Macho“, „ich halte das aus“, „was Männer können, können Frauen schon zweimal so gut“ usw. – Liebe Helden der Schallwellen, Ihr steckt den Kopf doch auch nicht in den Trichter einer Tuba beim Frühschoppen, nur weil ihr es könntet?! Selbst wenn das Gehör schon ruiniert ist, werden übermäßige Schalldrücke unsere Gesundheit noch weiter schädigen, nur merken wir es nicht mehr so leicht, da unser empfindliches Messgerät Ohr schon defekt ist.

Wie hören wir überhaupt?

Die Lautstärke eines Tons hängt mit der Größe seiner Amplitude zusammen. Sehr laute Töne – wie beispielsweise der tiefe und gewaltige Ton einer Tuba – oder eben ein Schuss – erzeugen eine große Amplitude und entsprechend einen hohen Druck, der im besten Fall als unangenehm empfunden wird, oder aber, bei genügend Lautstärke und ungünstiger Aufschlagrichtung der Welle, eben gleich Schäden erzeugt.

Die maßgebliche Größe für die Schall(schmerz)empfindung im Ohr ist der aus der Luftpartikelbewegung resultierende rasch veränderliche Wechseldruck der Schallwellen, der Schalldruck genannt wird.

Wo geht diese Druckwelle jetzt hin? Aus dem Physikunterricht wissen wir noch, um Schall zu leiten, benötigen wir ein Medium. Je dichter dieses ist, desto schneller setzt sich die Welle darin fort, ergo Vakuum nix Schallausbreitung! Unser Medium, das sich der Knall zunutze macht, ist die Luft. Diese hat ja bekanntlich eine gewisse Dichte, Temperatur und Luftfeuchte. Diese 3 Kumpanen sind dafür verantwortlich, wie schnell sich der Knall nun fortbewegen kann, so zwischen 315 und 354 m pro Sekunde, je nachdem wie die Parameter gerade liegen. Oben in den Bergen bei der Bigfoot & Jeti-Jagd ab 5000m geht es fast ohne Gehörschutz, sagt man. Bevor die ersten Anfragen kommen, wann Jeti Jagdzeit hat, ob man Jeti besser brät oder dünstet und wütende Jeti-Retter mit Mistgabel und Fackel vor unserem Laden auftauchen: Spaß bei Seite und zurück zum Ohr. Die Ohrmuschel nimmt also die von außen an das Ohr dringende Schallwelle auf und leitet sie an die Luft weiter, die sich im Gehörgang befindet. Die Luft nimmt dabei die Schwingungen auf und leitet sie an das Trommelfell weiter, das in Schwingung gebracht wird. Diese zarte, dünne Membran bildet die Grenze zum Mittelohr und überträgt den Impuls zur mechanischen Umformung an die feinen Gehörknochen Hammer, Amboss und Steigbügel im Mittelohr. Das Trommelfell mit dem anschließenden Mittelohr könnte man als „Verstärker“, das Innenohr als „Empfänger“ bezeichnen.

Der Impuls bringt das Wasser in der schneckenförmigen Cochlea, der Hörschnecke, in Schwingung. In den Gängen des Innenohrs befinden sich die inneren und äußeren Haarzellen: ca. 2500-3500 innere Haarzellen nehmen die Schallenergie auf und übersetzen sie in nerventransportierbare Signale, die ca. 12.000 äußeren Haarzellen verstärken die Signale, sodass sie wahrgenommen werden können. Nach der akustischen Analyse der Schallwellen im Innenohr werden die neuralen Signale über den Hörnerv in das Gehirn geleitet – wir hören!

Wenn nun also ein unbedämpfter Schuss das Ohr trifft? Je nach Sitz der Schädigung und der daraus resultierenden Schwerhörigkeit spricht man in der Medizin auch von Schalleitungs- oder Schallempfindungsschwerhörigkeit. Akustische Schäden betreffen immer das Innenohr, also die zum Hören so wichtigen Haarzellen. Eine besonders starke Knalleinwirkung in Form einer ungebremsten Druckwelle kann die irreversible Zerstörung der Haarzellen bedeuten – Schwerhörigkeit für immer!
Zusammenfassung: Die Haarzellen, also die wichtigsten Impulsgeber innerhalb der Schnecke, können durch den Schuss geschädigt werden. Das Ausmaß der Schädigung ist abhängig von der Schallintensität und der Schalldauer. Der Schalldruck wird in Dezibel (dB) gemessen. Dies wird in logarithmischen Einheiten ausgedrückt, d.h. eine Erhöhung des Pegels um 10 dB bedeutet eine Verdoppelung der Lautstärke. Leider bedeutet für unser Ohr schon eine Zunahme des Pegels um 3dB eine Verdoppelung der Gefährdung. Entstehen kann das sog. Knalltrauma. Dabei wird also das Innenohr resp. die Haarzellen geschädigt und die Hörfähigkeit ist schlagartig extrem gesunken. Es kann später zu Erholungen kommen, doch verbleibt meist eine Schwerhörigkeit für hohe Frequenzen. Einiges spricht dafür, dass ein Ohr nach einem Knalltrauma anfälliger bleibt und mit zunehmendem Alter schneller an Leistungsfähigkeit verliert. In Gänze geschädigte Hörzellen können nicht neu gebildet werden! Eine weitere Schädigungsfolge kann ein kurzzeitiges oder aber auch bleibendes Ohrgeräusch (Tinnitus) sein.

Die Gehörschützer, die wir Jäger und Schützen tragen, werden in 2 Systeme unterteilt:

Kapselgehörschutz (das sind die „Kopfhörer“ auf dem Haupt) und Gehörschutzstöpsel (die man sich direkt ins Ohr steckt)

Welche Art von Gehörschutz eignet sich am besten für Jäger?
Bei Jägern ist am häufigsten das durchgehende Hören wichtig. Wir wollen also unsere Umgebung so wahrnehmen, wie sie ist, aber dennoch vor dem Knall geschützt sein. Hier bieten sich eher aktive Schützer an. Was sind aktive Schützer? Diese sind kleine Übertragungsanlagen mit Mikrofon, Verstärker, Stromversorgung, Lautsprecher und Regelungselektronik – alles ganz klein und leicht im Gehäuse der Kopfhörermuscheln untergebracht. Die aktiven Gehörschützer bringen den unschätzbaren Vorteil mit, dass sie regelbar leise , also auch extrem leise Geräusche aus der Umgegend aufnehmen und verstärken können – so sehr, dass wir den sonst lautlosen Bock durch nahegelegene Dickung rascheln oder den Flügelschlag der anfliegenden Ente hören. Oder recht simpel gedacht, uns ohne den Ohrschutz abnehmen zu müssen, mit unseren Jagdkollegen unterhalten oder bei Gefahr auf zugerufene Warnungen reagieren können.

Üblicherweise hat man die Eigenschaft seine Umgebung hören zu können ausschließlich bei den aktiven Gehörschützern, die passiven, da keine Elektronik verbaut ist, wesentlich günstigeren Exemplare machen einfach nur die Ohren zu. Endlich mal richtig RUHE, denkt so Mancher. Stimmt. Aber wenn man dann irgendwann die Yogaübungen mit Hörer drauf, Hörer runter, Hörer drauf, Hörer….. zu wider hat, kauft man dann eben doch einen aktiven Gehörschutz. Kennen niemanden, der regelmäßig jagt oder sportlich schießt, der diesen Schritt nicht gegangen ist. Als günstige Kombilösung haben wir hier etwas Besonderes:

Die kleinen, sehr günstigen Surfire Passiv-Stöpsel sind für bis zu 500 Benutzungen gut, dann wirft man sie weg und kauft neue. Muss man sich mal kalkulieren. Ist auch eine Frage der Hygiene, wie oft und intensiv man seinen Gehörschutz pflegen und reinigen möchte (oder muss).

Wir haben als Aktivschützer den MSA Sordin Supreme Pro X mit LED im Einsatz. Ein Traum! Sitzt super bequem durch den Bügel aus echtem Leder, passt stufenlos durch variable Bügellänge auch bei unterschiedlichen Trägern, wackelt nicht und Ton-Qualität: bombig ohne Rauschen. Schon andere getestet: Du denkst auf größter Verstärkerstufe , hinter Dir rauscht ein kleiner Wasserfall. Romantisch, aber unnötig und störend. Wir wollen ja den Wald und seine Bewohner hören, nicht das sanfte Lied der Bachforelle!

Apropos Wackeln: Ein Ohrschutz muss dicht sitzen und dabei bequem sein. Gelkissen sind hier derzeit das Maß der Dinge. Und austauschbar dürfen sie gerne sein. Immer wieder schade, wenn man einen höchstwertigen Schützer sieht, der seiner zerschlissenen Kissen wegen in den Müll wandert.
Generell kann man sagen – je teurer und ausgefeilter, um so besser für unsere Gesundheit! Die Meinung der ewig Unverbesserlichen kann uns ja nicht tangieren, wir wissen warum wir Gehörschutz tragen. In diesem Sinne – AUF WIEDERHÖREN – wir können ja noch!

post Skriptum: sollte jemand neben nützlichen Informationen tatsächlich etwas spitzzüngigen,
humoristischen Sarkasmus über allzu ehrgeizige Zeitgenossen gefunden haben,
dann war das wohl Absicht! 🙂 Neben Gehörschutztragen ist auch Lachen sehr
gesund – allzeit gute Gesundheit & Waidmannsheil!